Ein Gespräch mit der neuen adata-Geschäftsführerin Tanja Ziegler
Eigentlich wollte sie raus in die Welt – jetzt gestaltet sie die Zukunft der adata Software GmbH. Nach 30 Jahren in verantwortungsvollen Positionen bei namhaften Branchenunternehmen wie P&I und Infoniqa hat sich Tanja Ziegler kurzerhand umentschieden. Die neue Geschäftsführerin von adata bringt viel Fachwissen mit und hat einen klaren Plan: Vertrauen aufbauen, Tempo machen und den Mittelstand mit smarten Payroll-Lösungen stärken. Im Interview erzählt sie, warum gerade jetzt der perfekte Zeitpunkt war, was sich bald ändern wird und was nie verloren gehen darf.
Frau Ziegler, was hat Sie bewogen, nach 16 Jahren bei Infoniqa gerade jetzt zu adata zu wechseln?
Ich hatte mir fest vorgenommen, eine längere Auszeit zu nehmen. Einfach reisen, auftanken, erst mal nichts tun. Doch dann kam ein Anruf, den ich nicht ignorieren konnte. Ein Headhunter der zvoove Gruppe stellte mir die Rolle bei adata vor, ich las die Beschreibung und wusste sofort: Das ist mein Job. Alles passte. Der Funke sprang sofort über. So schnell, dass ich meine Pläne aufgab und heute nicht Skandinavien entdecke. Ich sitze im schönen Verden – und das mit voller Überzeugung.
Sie übernehmen adata in einer Situation des starken Überganges. Wie schaffen Sie Stabilität und Vertrauen?
Ich sorge von Beginn an für Zuverlässigkeit mit transparenter Kommunikation, klaren Prioritäten und verlässlicher Umsetzung. In den ersten Wochen geht es um einen ruhigen und strukturierten Übergang mit festen Formaten und spürbaren Verbesserungen im Alltag. Unsere Kunden und unser Team sollen mich sofort spüren. Gleichzeitig nutze ich die Zugehörigkeit zur zvoove Group sehr gezielt als Chance: Wir bleiben nah am Mittelstand und stärken adata mit zusätzlichen Kompetenzen und Investitionen, um unsere Lösungen und Services schneller weiterzuentwickeln, ohne dabei die persönliche Handschrift zu verlieren.
adata soll „persönlich, stark und relevant für den Mittelstand bleiben“. Was heißt das genau und wo liegen hier die Unterschiede zu anderen Anbietern?
Für uns ist der Mittelstand kein Nebenschauplatz, denn wir SIND der Mittelstand. Wir leben ihn aus voller Überzeugung, die kleinen und mittleren Unternehmen des Landes sind unser Fokus. Wir entwickeln aus dem Alltag unserer Kunden heraus, dazu brauchen wir kein Reißbrett. Unsere Lösungen funktionieren, sind schnell implementiert, verständlich und zuverlässig. Und dies alles stets mit festen Ansprechpartnern und echtem Service. Genau hier liegen die Unterschiede. Wir denken nicht in Branchen, wir denken in Bedürfnissen. Wir liefern exakt das, was im Alltag unserer Kunden zählt.
Sie bringen 30 Jahre Payroll- und HR-Erfahrung mit. Was hat sich in dieser Zeit am meisten verändert – und was darf nie verloren gehen?
Ich habe den Wandel von Stechkarten und Excel-Listen zu voll integrierten und digitalen Prozessen hautnah erlebt. Heute ist alles schneller, automatisierter, datengetriebener. Und natürlich wächst der regulatorische Druck beständig. Doch trotz aller Technik bleibt die Payroll ein sensibler Bereich, denn es geht um Menschen und um sehr viel Verantwortung. Keine noch so perfekte Digitalisierung darf jemals die Empathie ersetzen. Und Prozesse müssen Raum für das lassen, was nicht planbar ist.
Die Payroll-Branche steht gerade vor monumentalen Herausforderungen, man nehme alleine die EU-Entgelttransparenzrichtlinie und das neue digitale Verfahren für die Beiträge privat krankenversicherter Beschäftigter. Wo sehen Sie die größten Risiken? Wie positioniert sich adata?
Die größten Risiken liegen dort, wo neue Vorgaben auf unvollständige Daten, uneinheitliche Vergütungslogiken und knappe Ressourcen treffen. Bei der EU-Entgelttransparenz geht es um Nachvollziehbarkeit und belastbare Grundlagen, beim neuen digitalen PKV-Verfahren um korrekte und erklärbare Werte im laufenden Abrechnungslauf. Wir positionieren uns als verlässlicher Partner für den Mittelstand, der regulatorische Veränderungen in praxistaugliche Prozesse übersetzt. Unser Fokus liegt dabei auf stabilen Abläufen und klarer Kommunikation. Außerdem setze ich auf unsere besonders ausgeprägte persönliche Unterstützung, unsere Kunden kennen und lieben diese Qualität.
Warum sind Managed Payroll Services ein Wachstumsmarkt, und wie unterscheidet sich adata hier von großen Konkurrenten?
Managed Payroll Services sind ein Wachstumsmarkt, weil Payroll 2026 gleichzeitig komplexer, stärker reguliert und digitaler wird. Viele mittelständische Unternehmen können das mit ihren knappen Fachkräften intern nicht mehr stabil und dauerhaft abdecken.
Wir unterscheiden uns von großen Konkurrenten, weil wir den Mittelstand nicht nur einfach „mitbedienen“, sondern konsequent aus der Praxis heraus liefern. Wir bieten feste Ansprechpartner, klare Servicepakete, schnellen Einführungen und ein Modell, das Software und Service ideal verbindet. Wir sind einfach persönlich nah an unseren Kunden.
Ihr Führungsstil gilt als „Empathie trifft Ergebnisorientierung“. Wie zeigt sich das im Alltag mit einem Team, das gerade einige Wechsel erlebt hat?
Gerade jetzt geht es darum, zuzuhören und präsent zu sein. Ich führe viele Gespräche und frage: Was läuft gut? Was blockiert? Was muss dringend angepackt werden? Parallel habe ich von Anfang an Kunden getroffen, um das Gesamtbild zu schärfen. Wer mit mir arbeitet, merkt schnell: Ich höre zu, nehme ernst, entscheide klar. Ergebnisorientierung heißt für mich, die Themen auf den Punkt zu bringen, Verantwortung zu klären und klare Termine zu setzen. Dazu gehört auch, einmal „Nein“ zu sagen, wenn es nötig ist.
Was sind Ihre drei strategischen Prioritäten für 2026 und woran messen Sie Ihren Erfolg?
Kundenzufriedenheit und Servicequalität steigern, regulatorisch sichere Produkte liefern, Wachstum ermöglichen. Doch es gibt es noch eine vierte sehr wichtige Priorität: das Vertrauen im Team stärken. Der Erfolg zeigt sich, wenn unsere Kunden adata als konsequent verlässlich und präsent erleben. Dazu gehört in elementarer Weise auch, dass unsere Mitarbeiter gemeinsam nach vorne gehen und merken: Wir machen echte Fortschritte.
Olaf Wiese hat adata über Jahrzehnte geprägt. Wie gelingt die Balance zwischen Respekt und Neuausrichtung?
Olaf Wiese und ich ticken ähnlich. Wir sind beide bodenständig, kundenorientiert und nah am Team. Das macht vieles leicht. Ich respektiere seine große Lebensleistung und weiß doch gleichzeitig: Jetzt beginnt ein neues Kapitel. Ich werde verändern, wo es Sinn macht. Immer mit Blick auf die Sache, auf Kunden und Mitarbeiter. Wir wollen uns gemeinsam weiterentwickeln, wollen mutig und mit klaren Zielen vorangehen. Ich freue mich darauf!
Was ist Ihr persönliches Versprechen an die adata-Kunden in drei Sätzen?
Wir machen HR & Payroll für Sie zuverlässig und einfach. Wir tun dies mit klarer Kommunikation und festen Ansprechpartnern. Wir liefern Ihnen Ergebnisse, auf die Sie sich verlassen können.