Bildquelle: stock.adobe.com
Entgelttransparenzrichtlinie – Diese Debatte dürfen Sie nicht verpassen
Am 11. Dezember 2025 öffnete die neue Payroll Arena ihre Tore und gleich die erste Ausgabe dieses spannenden Live-Formates hatte es in sich: Drei Top-Experten lieferten sich einen 45-minütigen Schlagabtausch zur EU-Entgelttransparenzrichtlinie – mit großem Erkenntnisgewinn für die Praxis.
Drei Perspektiven. Ein Gesetz. Und jede Menge Sprengstoff.
In der Payroll-Arena trafen drei Perspektiven aufeinander und legten im Rahmen einer engagierten Debatte den Kern der EU-Entgelttransparenzrichtlinie frei.
Karol M. Czuba (Jurist und Mitgründer der Legal-Tech-Plattform twinwin) machte unmissverständlich klar, dass es für Unternehmen in erster Linie um Haftung geht. Seine Botschaft: Wer Vergütung nicht sauber nach EU-Kriterien dokumentiert, wird im Streitfall auch dann verlieren, wenn fair bezahlt wird. Beweislastumkehr und eine hohe persönliche Verantwortung für Entscheider sind für ihn absehbare Realität.
Dem stellte Bentje Grünewald (Head of Compensation & HR Systems bei DKV Mobility) die Perspektive der Praxis entgegen. Sie warnte vor einem regulatorischen Overkill, der Unternehmen lähmt und Vertrauen zerstören kann. Mehr Transparenz bedeutet für sie nicht automatisch mehr Gerechtigkeit. Für sie muss nachvollziehbar gemacht werden, wie Vergütung entsteht – Prozessklarheit statt Gleichmacherei.
Für Erdung sorgte Dr. Michaela Felisiak, Fachanwältin für Arbeitsrecht und eine der wichtigsten deutschen Stimmen im Bereich der Entgelttransparenz. Sie ordnete ein, korrigierte Zuspitzungen und fokussierte die Debatte auf das Wesentliche: Was ist ab 2026 Pflicht, was ist Kür – und wo haben Unternehmen noch Gestaltungsspielraum?
Die 5 wichtigsten Takeaways der Debatte
- Der Paradigmenwechsel ist real
“Vor einem Jahr hat kaum jemand darüber gesprochen, inzwischen tun das alle.” Moderator Markus Matt brachte es auf den Punkt: Mitte 2026 verändert sich die deutsche Lohnkultur fundamental. - Dokumentation ist überlebenswichtig
Karol Czuba rechnet mit sechsstelligen Nachzahlungsrisiken bei 50-500 Mitarbeitern, bei größeren Unternehmen werden es siebenstellige Beträge. Ohne systematische Dokumentation steht man im Rechtsstreit “mit heruntergelassenen Hosen da”. - Equal Pay wird zur Unternehmenskultur-Frage
Das Thema verlässt die HR-Nische und betrifft Vergütungssysteme, Führungskultur und die Glaubwürdigkeit des gesamten Unternehmens. - Die Praxis ist komplexer als die Theorie
Variable Vergütungen, Leistungskomponenten, unterschiedliche Standorte, historisch gewachsene Strukturen – die rechtlich korrekte Vergleichbarkeit ist eine Herausforderung. - Zeit läuft: noch 6 Monate bis zur Umsetzung
Wer jetzt nicht beginnt, wird 2026 in den Krisenmodus wechseln müssen.
Sie wollen mehr?
Sichern Sie sich die vollständige Aufzeichnung der Payroll-Arena: