Soli – Direkt in die Altersvorsorge

Mit dem Wegfall des Soli bleibt vielen Arbeitnehmern mehr Geld.

Wissen Ihre Mitarbeiter, wie man das für die Altersvorsorge sinnvoll nutzen kann?

Seit Januar 2021 werden deutsche Steuerzahler deutlich entlastet. Für viele Beschäftigte ist dieses ein Plus auf der Gehaltsabrechnung. Die monatliche Einsparung liegt, je nach Einkommen, zwischen zehn und 155 Euro.

Wird dieser Betrag gespart und in eine passende Altersvorsorge investiert – und das am besten bevor man sich an das zusätzliche Geld gewöhnt hat – kann bis zu Rentenbeginn ein kleines Vermögen angespart werden.

1991 wurde der Steuerzuschlag zur Finanzierung der deutschen Einheit eingeführt. Anfangs wurden auf die Einkommensteuer 7,5 Prozent aufgeschlagen, ab 1998 waren es noch 5,5 Prozent.

Entscheidend ist die sogenannte Freigrenze, bis zu der in Zukunft kein Solidaritätszuschlag erhoben wird. Die bisherige jährliche Freigrenze von 972 Euro wurde auf 16.956 Euro angehoben. Bei einem zu versteuernden jährlichen Einkommen von etwa 40.000 Euro bei  Singles ist die Entlastung bei rund 458 Euro im Jahr, also 38 Euro im Monat. Bei zusammen Veranlagten, etwa einem Ehepaar, liegt die höchste Ersparnis bei einem Jahreseinkommen von insgesamt rund 124.000 Euro und beträgt knapp 1860 Euro pro Jahr. 
Das Bundesfinanzministerium schätzt, dass Singles bis zu einem Bruttolohn von rund 73.000 Euro und Paare bis zu etwa 151.000 Euro gemeinsamem Einkommen keinen Soli mehr bezahlen.

Der Idealzustand sieht so aus: Arbeitnehmer zahlen einen Teil Ihres Gehaltes in die gesetzliche Rentenversicherung und am Ende Ihres Berufslebens haben sie daraus eine Summe angespart, mit der sie bequem Ihren Ruhestand genießen können. Wie Sie wissen, ist das ein Wunschdenken und hat mit der Realität nicht viel zu tun.
Die gesetzliche Rente deckt bei vielen Menschen kaum den Grundbedarf.

Besonders häufig sind Frauen davon betroffen. Die Gründe:
• Viele Frauen arbeiten in Teilzeit, um Beruf und Familie besser vereinbaren zu können.
• Oft wird wegen der Erziehung sogar einige Jahre komplett pausiert.
• Die Gehälter von Frauen und Männern sind nach wie vor unterschiedlich, auch in derselben Branche. Durch Familienpausen gibt es außerdem weniger und geringere Gehaltssteigerungen.
Frauen zahlen also weniger in die gesetzliche Rentenversicherung ein und erhalten daher weniger Rentenpunkte. Diverse Studien (z.B. von der Hans-Böckler-Stiftung) kommen zu dramatischen Ergebnissen. Demnach beträgt die Rentenkluft zwischen Männern und Frauen in Deutschland satte 40 Prozent. Konkret erhält eine Frau durchschnittlich 618 Euro aus der gesetzlichen Altersrente, ein Mann 1.037 Euro.

Also: Klären Sie Ihre Mitarbeiter auf!

Es ist also in den allermeisten Fällen nicht nur sinnvoll, sondern zwingend notwendig, die gesetzliche Rentenvorsorge zu ergänzen.

Welches Vorgehen ist empfehlenswert?
Die Inflation wird langfristig höher sein als der Zins, sofern es überhaupt einen gibt. Deshalb ist es nicht sinnvoll, das Geld auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto zu sammeln. 

„Durch die Corona-Pandemie wird sich die zinslose Phase deutlich verlängern.
In dieser Phase werden Substanzwerte wie etwa Aktien eher eine reale Rendite bringen.“

Bernd Schimmer, Wertpapierstratege der Hamburger Sparkasse
(Quelle Berliner Morgenpost)

Eine renditeorientierte Anlage wie ein ETF ist daher empfehlenswert.
(Ein ETF – engl.: „Exchange Traded Fund” –  ist ein börsengehandelter Indexfond, der die Wertentwicklung eines Index, wie beispielsweise des DAX, abbildet. Im Kern vereinen ETFs die Vorteile von Aktien und Fonds in einem Produkt. )

Der Anlagebetrag wird dabei monatlich in einen ETF-Sparplan eingezahlt. (Viele Geldinstitute bieten diese Sparpläne an). Gestützt auf Statistiken des Fondsverbandes BVI erzielte die Fondsgruppe „Aktienfonds global“ bei regelmäßigen Einzahlungen über 20 Jahre hinweg in der Vergangenheit eine Wertentwicklung von durchschnittlich 5,4 Prozent pro Jahr, über einen Zeitraum von 30 Jahren sogar von 6,5 Prozent pro Jahr.

Beispielhafter Sparplanrechner

Beispiel ETF Sparplan: monatliche Sparrate 150€; Anlagedauer 25 Jahre

(Quelle: JustETF)

Und den Soli über die betriebliche Altersvorsorge investieren?

Informieren Sie Ihre Mitarbeiter über die individuellen Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge in Ihrem Unternehmen.

Das Wichtigste zur betrieblichen Altersversorgung im Überblick
• Bei der klassischen betrieblichen Altersvorsorgen(bAV) übernimmt das Unternehmen die Beiträge allein (arbeitgeberfinanziert).
• Arbeitnehmer können auch einen Teil ihres Bruttogehalts für die betriebliche Altersversorgung einsetzen (Entgeltumwandlung/Stichwort Soli-Plus nutzen).
• Zahlen Arbeitnehmer per Entgeltumwandlung selbst in die bAV ein, spart der Arbeitgeber Sozialabgaben. Daher ist der Arbeitgeber verpflichtet, einen Zuschuss zu den Beiträgen zu leisten.
• Für Betriebsrenten muss später Einkommenssteuer gezahlt werden. Außerdem fallen bei gesetzlich Versicherten Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung an.

Warum sollten Sie als Unternehmen eine betriebliche Altersvorsorge anbieten?

Arbeitgeber-Image

Bewerber achten beim Jobwechsel zunehmend auf die angebotenen Sozialleistungen der Unternehmen – die betriebliche Altersvorsorge ist ein wesentlicher Punkt.

Mitarbeiter-bindung

Sorgen Sie für Ihre Mitarbeiter! Weisen Sie auf das sinkende Rentenniveau hin und informieren Sie über das finanziell attraktive Zusatzangebot der betrieblichen Altersvorsorge.

Steuer-ersparnis

Aufwendungen für die betriebliche Altersvorsorge können Unternehmen steuerlich geltend machen. Bei einer Entgeltumwandlung sparen Sie Sozialabgaben.

Eine klare Win-Win-Situation: Nutzen Sie die Gelegenheit, sich aktiv um die Absicherung Ihrer Angestellten zu kümmernund im gleichen Zuge Ihr Unternehmen zu stärken. Viel Erfolg!